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Zugkugelkupplungen für Pkw-Anhänger und Wohnwagen

1. Einleitung

Die Verbindung zwischen Auto und Anhänger/Wohnwagen erfolgt über die Anhängerkupplung. Ist umgangssprachlich von Anhängekupplung bzw. Anhängerkupplung die Rede, ist allgemein die Anhängevorrichtung hinten am Auto unterhalb der Stoßstange gemeint. Hierbei unterscheidet man starre und abnehmbare (steckbare) Anhängerkupplungen, welche alle in einer runden Stahlkugel münden. Das Gegenstück hierzu, welches am Pkw-Anhänger/Wohnwagen montiert ist, nennt man Zugkugelkupplung.

Die Zugkugelkupplung ist das Anhänger-seitig montierte passende Gegenstück zur Kupplungskugel hinten am Auto (Zugfahrzeug).

Der Durchmesser der Kugel ist für Deutschland und weite Teile Europas einheitlich auf 50 mm genormt und wird auf der Zugkugelkupplung mit der Bezeichnung "B50-X" angegeben. Anhängerkupplungen und Zugkugelkupplungen sind stets für verschiedene Lasten (Anhängelast + Stützlast) ausgelegt. Die maximale Anhängelast für Kugelkupplungen in Deutschland beträgt 3.500 kg (3,5 Tonnen). Möchte man höhere Lasten ziehen, muß man sich einer LKW-Kupplung (Maulkupplung + Zugöse) bedienen.

Zugkugelkupplungen für Pkw-Anhänger und Wohnwagen/Caravan gibt es in etlichen verschiedenen Ausführungen von verschiedenen Herstellern. Zwar sind alle Zugkugelkupplungen auf das oben erwähnte Kugelmaß von 50 mm genormt, aber es gibt verschiedene Ausführungen in Bezug auf

  • Gewichtsklasse (max. zulässige Anhängelast + Stützlast)
  • Befestigungsart (Anschlußart an die Anhängerdeichsel)
  • Ausstattung + Zusatzfunktionen (Verschleißanzeigen, Diebstahlsicherung, Anti-Schlinger-Systeme)
  • Handhabung/Bedienung
  • Marke + Preis

Nachfolgend hierzu einige Erläuterungen.

2. Gewichtsbereich

Pkw-Anhänger und Wohnwagen sind für verschiedene Lasten ausgelegt. Grob lassen sich 2 Haupteinteilungen vornehmen: ungebremste Anhänger (ohne eigene Bremse) und gebremste Anhänger (mit mechanischer oder hydraulischer Auflaufbremse).

Ungebremste Pkw-Anhänger und Wohnwagen dürfen in Deutschland ein maximales zulässiges Gesamtgewicht von 750 kg (0,75 Tonnen) haben. Über diese Gewichtsgrenze hinaus, müssen Anhänger grundsätzlich mit einer eigenen Bremsanlage ausgestattet sein, um bei einer Gefahrenbremsung zügig mit dem Gespann zum Stehen zu kommen. Bedenken Sie, daß bei ungebremsten Anhängern das Auto die von hinten schiebende Last des Anhängers mit abbremsen muß. Je nachdem, wie stark die Bremsen (sowie weitere Komponenten) an Ihrem Auto ausgelegt sind, dürfen Sie dementsprechend mehr oder weniger Anhängelast (ungebremst in der Regel 300 - 750 kg und gebremst zwischen 750 und 3.500 kg) ziehen.

Entsprechend diesen Gewichtsbereichen, gibt es unterschiedlich stark dimensionierte Zugkugelkupplungen, welches sich durchaus im Preis niederschlägt. Zugkugelkupplungen für ungebremste Pkw-Anhänger bis 750 kg Gesamtmasse sind meist nur recht dünnwandig und aus Stahlblech geformt, wogegen in einer Zugkugelkupplung für einen 3,0 Tonnen Autotransportanhänger schon wesentlich mehr Material (meist Stahlguß) drin steckt.

Der Gewichtsbereich ist stets auf der Zugkugelkupplung mit angegeben und muß mindestens (oder größer) mit den Gewichtsangaben im Fahrzeugschein Ihres Anhängers übereinstimmen. Eine überdimensionierte Zugkugelkupplung die bis 2.700 kg ausgelegt ist an einen 2,0 Tonnen Anhänger anzubauen ist also erlaubt, umgekehrt jedoch nicht.

Bei den Gewichtsangaben sind folgende 2 Werte auf der Zugkugelkupplung zu prüfen

  • maximal zulässige Gesamtmasse/Anhängelast (entweder angegeben als "GA" in kg oder als "D/Dc" in kN)
  • maximal zulässige Stützlast (angegeben als "S" in kg, z.B. "S 75")

3. Befestigungsart

Die Zugkugelkupplung wird mittels 2 Befestigungsbolzen am Pkw-Anhänger bzw. Wohnwagen verschraubt. Bei ungebremsten Anhängern direkt am vorderen Ende der Zugdeichsel, bei gebremsten Anhängern an die Zugstange (Schubrohr/Zugrohr) der Auflaufeinrichtung (Auflaufbremse). Ein Austausch ist somit ohne viel Aufwand auch von Laien durchführbar. Ausnahme: Einige sehr alte auflaufgebremste Anhänger (z.B. einige alte Westfalia-Anhänger mit Auflaufbremse von Fa. Grümer oder Graubremse) haben keine verschraubte Zugkugelkupplung, sondern eine fest mit der Zugstange verpresste/aufgeschrumpfte, nicht separat wechselbare Zugkugelkupplung.

Grundsätzlich unterscheidet man zuerst einmal 2 Anschlußformen:

  • rund = Rundrohranschluß (einige ungebremste Anhänger mit Rundrohr-Zugdeichsel und alle gebremste Anhänger)
  • eckig = Vierkantanschluß (einige ungebremste Anhänger mit Vierkantrohr-Zugdeichsel oder V-Deichsel)

Beide Anschlußformen (rund oder eckig) gibt es jeweils in verschiedenen Anschlußgrößen zur Anhängerdeichsel bzw. Zugstange der Auflaufbremse:

  • 35 mm
  • 40 mm
  • 45 bzw. 46 mm
  • 50 bzw. 51 mm
  • 60 mm
  • 70 mm

Hat man die beiden obenstehenden Befestigungsarten geklärt, bleiben noch Art, Größe und Abstand der beiden Befestigungsbolzen. An Befestigungsarten gibt es insgesamt 3 verschiedene:

  • senkrecht (vertikal) = beide Befestigungsschrauben sind senkrecht verschraubt
  • waagerecht (horizontal) = beide Befestigungsschrauben sind waagerecht verschraubt
  • über kreuz = die vordere Befestigungsschraube verläuft waagerecht, die hintere senkrecht

Größen sind folgende möglich:

  • M10 + M10
  • M12 + M12
  • M12 + M14
  • M14 + M12
  • M14 + M14
  • M16 + M16

Folgende Abstände vom vorderen Befestigungsbolzen (Lochmitte) zum hinteren Befestigungsbolzen (Lochmitte) sind möglich:

  • 40 mm
  • 54 mm
  • 90 mm
  • 116 mm

4. Ausstattung, Zusatzfunktionen

Heutige Zugkugelkupplungen sind neben Ihrer einfachen Bedienung trotz hohem Sicherheitsstandard bereits werksseitig mit mehr oder weniger Zusatzfunktionen ausgestattet.

Neben einer mehr oder minder genauen optischen Sicherheitsanzeige für erfolgreiches Ankuppeln (also ob die Zugkugelkupplung 100%ig auf der Kupplungskugel des Autos eingerastet ist), welche heutzutage eigentlich zur Grundausstattung gehört, gibt es eine Vielzahl anderer nützlicher Helfer:

  • Sicherheitsanzeige für richtiges Ankuppeln
  • Verschleißanzeige
  • integrierte oder formschlüssig nachrüstbare Gummi-Rammschutzpuffer für Stoßstange und Schienbein
  • integrierte oder formschlüssig nachrüstbare Schlösser (Diebstahlsicherungen)
  • mechanische Sperren gegen ungewolltes Öffnen des Kupplungshandgriffes
  • extra flache Kupplungshandgriffe für besseres Öffnen von Auto-Hecktüren
  • Reibbeläge gegen Schlingerbewegungen und Nickbewegungen (Anti-Schlingerkupplungen/Sicherheitskupplungen)
  • Universal-Einbau-Kit (Befestigungsschrauben und verschiedene Distanzstücke für unterschiedliche Deichselrohre)

Hier setzt jeder andere Prioritäten. Ein Fahrer eines Geländewagens mit seitlich tief öffnender Hecktür wird sich bei einer Zugkugelkupplung mit tiefliegendem Kupplungshandgriff sicher freuen, seinen Kofferraum auch ohne Abkuppeln des Anhängers aufmachen zu können.

5. Handhabung, Bedienung

Die Handhabung der heute im Handel befindlichen Zugkugelkupplungen ist sehr einfach. Die Bedienung kann mit nur einer Hand erfolgen.

Bei normalen Kugelkupplungen ist der Kupplungshandgriff zum Öffnen des Kugelfangs einfach nach oben anzukippen. Bei manchen Modellen ist hier noch eine zusätzliche mechanische Sperre gegen ungewolltes Öffnen eingebaut, welche sich mittels Daumen oder Zeigefinger der gleichen Hand einfach wegdrücken lässt. Rastet die Zugkugelkupplung vollständig auf die Kupplungskugel ein, schließt sich der Kupplungsmechanismus selbsttätig und der Kupplungshandgriff klappt allein in die Grundstellung zurück.

Bei Anti-Schlingerkupplungen sind je nach Marke und Modell teilweise 2 Handgriffe und 2 Hebel zu bedienen: 1. Kupplungshandgriff und 2. Bremshebelhandgriff.

6. Marke, Preis

Wie bei vielen anderen Artikeln gibt es auch bei Zugkugelkupplungen verschiedene Anbieter mit verschiedenen Preissegmenten. Hier muß man als Kunde selbst einschätzen, ob man nach Preis oder Marke kauft.

Grundsätzlich dürfen Sie an Ihren Anhänger jede Marke anbauen, sofern sie wie oben beschrieben von den technischen Voraussetzungen her "passt". Da jede Zugkugelkupplung über ein eigenes Typenschild mit eigenen Typangaben und EG-Prüfnummer verfügt, können Sie die Marke der Zugkugelkupplung beliebig wechseln. Aufgrund der eigenen eingestanzten Prüfnummer auf der Zugkugelkupplung selbst, ist eine weitere Prüfung bzw. Abnahme durch TÜV/GtÜ/Dekra bzw. eine Umschreibung von Fahrzeugpapieren nicht notwendig. Die Zugkugelkupplung ist ein separat geprüftes frei austauschbares Bauteil, in etwa vergleichbar mit Reifenmarken: Die Reifenmarke (z.B. Good Year oder Semperit) ist egal, Hauptsache die Reifendimension (z.B. 195/60R15) passt. So dürfen Sie zum Beispiel Ihre verschlissene Knott-Kugelkupplung problemlos durch eine von Albe ersetzen oder an Ihrem Wohnwagen die alte Anti-Schlingerkupplung Westfalia SSK gegen die Winterhoff WS 3000 oder die Alko AKS 3004 austauschen.

Gängige Hersteller von Zugkugelkupplungen sind beispielsweise AL-KO Kober, Albe Berndes, Knott und Winterhoff. Diese Fabrikate sind auch in der Erstausrüstung von Pkw-Anhängern und Wohnwagen zu finden. Andere Marken wie beispielsweise der polnische Hersteller Steelpress (SPP) sind meist preiswerter und erfüllen durch EG-Prüfnummer auch die technischen Anforderungen zum Einsatz auf dem europäischen Markt.

Tip: Achten Sie beim Neukauf und Wechsel auf eine andere Marke auf eventuell bereits vorhandenes passendes Zubehör. So passt eine spezielle Diebstahlsicherung nicht zwangsläufig an jede andere Zugkugelkupplung oder Ersatzreibbeläge für eine Antischlingerkupplung nicht an einem anderen Model bzw. Marke, usw..


Links:
- diese Warengruppe im Onlineshop aufrufen (Zugkugelkupplungen + Zubehör kaufen)
- Forum Pkw-Anhänger-Forum
- Forum-Rubrik Zugkugelkupplungen
- Forum-Thema Aufstellung Kugelkupplungen Alko
- Forum-Thema Aufstellung Kugelkupplungen Albe
- Forum-Thema Aufstellung Kugelkupplungen Knott
- Forum-Thema Aufstellung Kugelkupplungen SPP (Steelpress)
- Forum-Thema Aufstellung Kugelkupplungen Winterhoff


Stichworte:
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